Die Stadtverordnetenversammlung hat gestern den Weg für einen weiteren Verkehrsversuch in der Alten Bürger freigemacht. Für die Koalitionsfraktionen von SPD, CDU und FDP ist dieser Beschluss ein wichtiger Schritt, um die seit Monaten engagiert und teilweise sehr emotional geführte Diskussion zu versachlichen und auf eine sachliche Grundlage zurückzuführen.
Nach Monaten intensiver und teilweise emotional geführter Diskussionen bietet der neue Verkehrsversuch die Möglichkeit, zusätzliche Erfahrungen zu sammeln und unterschiedliche Interessen besser miteinander in Einklang zu bringen. Die Koalitionsfraktionen sehen darin die Chance, die Debatte zu versachlichen und auf Grundlage praktischer Erfahrungen über die Zukunft der Alten Bürger zu entscheiden.
Der Fraktionsvorsitzende und baupolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sönke Allers, betont die Bedeutung der örtlichen Betriebe: „Die Alte Bürger lebt von ihren Geschäften, ihrer Gastronomie und den Menschen, die täglich hier unterwegs sind. Deshalb war für uns entscheidend, dass die Erreichbarkeit der Betriebe gewährleistet bleibt. Kundenstellplätze bleiben erhalten und wichtige Einrichtungen wie Apotheke oder Fotostudio bleiben erreichbar. Wer die Alte Bürger stärken will, muss auch die wirtschaftliche Grundlage des Quartiers sichern.“
Der Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft und baupolitische Sprecher, Thorsten Raschen, verweist auf die Vorteile für die Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs: „Für uns war wichtig, dass der öffentliche Nahverkehr weiterhin zuverlässig funktioniert. Mit dem beschlossenen Verkehrsversuch können die Busse auch künftig durch die Alte Bürger fahren. Das ist gut für die Fahrgäste, erhält die gewohnten Verbindungen und vermeidet zusätzliche Belastungen durch aufwendige Umleitungen oder weitere technische Eingriffe. Das ist eine vernünftige Lösung im Interesse der Menschen, die täglich auf den Bus angewiesen sind.“
Für den baupolitischen Sprecher der FDP-Fraktion, Marko Miholic, steht die Befriedung der Debatte im Mittelpunkt: „Die Diskussion um die Alte Bürger hat viele Menschen bewegt. Das zeigt, wie wichtig dieses Quartier für unsere Stadt ist. Jetzt geht es darum, die unterschiedlichen Interessen wieder stärker zusammenzuführen. Der Verkehrsversuch bietet die Chance, die Situation zu beruhigen und gemeinsam herauszufinden, welche Lösungen tatsächlich funktionieren. Nicht Gegeneinander, sondern Miteinander muss der Maßstab für die weitere Entwicklung der Alten Bürger sein.“
Die Koalitionsfraktionen sehen zugleich Potenzial, die Alte Bürger als Kultur-, Gastronomie- und Veranstaltungsstandort weiterzuentwickeln. Der Straßenraum kann künftig noch besser für Veranstaltungen, Außengastronomie und Aufenthaltsqualität genutzt werden, ohne die berechtigten Interessen von Anwohnern, Anliegern und Gewerbetreibenden aus dem Blick zu verlieren.
Abschließend erklären Allers, Raschen und Miholic gemeinsam:
„Die Alte Bürger ist eines der prägendsten Quartiere Bremerhavens. Hier treffen Wohnen, Arbeiten, Kultur, Gastronomie und Einzelhandel aufeinander. Unser Ziel ist nicht, einzelne Interessen durchzusetzen, sondern eine Lösung zu finden, die das Quartier insgesamt stärkt. Der Verkehrsversuch gibt uns die Möglichkeit, weitere Erfahrungen zu sammeln und anschließend verantwortungsvoll über die Zukunft der Alten Bürger zu entscheiden. Wir wollen ein lebendiges Quartier, das für Anwohner, Besucher, Kulturschaffende und Gewerbetreibende gleichermaßen attraktiv bleibt.“