24. Juni 2026

Kreisgymnasium: Verkehrliche Folgen für Bremerhaven wurden offenbar ausgeblendet

Die Koalitionsfraktionen von SPD, CDU und FDP zeigen sich überrascht, dass der Landkreis Cuxhaven vor seiner Entscheidung für einen Neubau des Kreisgymnasiums Wesermünde in Schiffdorf keine Gespräche mit der Stadt Bremerhaven und ihrem Verkehrsträger über die verkehrlichen Auswirkungen geführt hat. 

„Wer eine Schule mit rund 1.000 Schülerinnen und Schülern verlagert, muss auch darlegen können, wie diese Schülerinnen und Schüler künftig zur Schule gelangen sollen. Uns überrascht, dass eine Entscheidung dieser Tragweite getroffen wurde, ohne zuvor Gespräche mit der Stadt Bremerhaven und ihrem Verkehrsträger über die absehbaren Auswirkungen auf den Schülerverkehr zu führen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende der FDP, Bernd Freemann. 

Viele Schülerinnen und Schüler des Kreisgymnasiums erreichen Bremerhaven heute über den Hauptbahnhof. Künftig werden zahlreiche von ihnen zusätzlich nach Schiffdorf weiterfahren müssen. Gleichzeitig bestehen bereits heute erhebliche Schülerverkehre zu den Bremerhavener Schulstandorten, insbesondere zum Schulzentrum Carl von Ossietzky und den dort angesiedelten beruflichen Schulen. 

„Die Busse sind zu den Schulzeiten schon heute stark ausgelastet. Da stellt sich zwangsläufig die Frage, auf welcher Grundlage die zusätzlichen Verkehrsströme bewertet wurden und ob die erforderlichen Kapazitäten überhaupt untersucht worden sind“, so Thorsten Raschen, Fraktionsvorsitzender der CDU. 

Mit der Standortentscheidung des Landkreises sind auch Auswirkungen auf die Verkehrsstrukturen in Bremerhaven verbunden. Die Koalitionsfraktionen erwarten deshalb eine transparente Darstellung der verkehrlichen Folgen des Standortwechsels sowie eine nachvollziehbare Antwort auf die Frage, wie die zusätzlichen Schülerverkehre künftig organisiert werden sollen. 

„Wer einen neuen Schulstandort schafft, muss die Auswirkungen auf bestehende Verkehrsstrukturen des ÖPNV frühzeitig berücksichtigen. Das wird für den Landkreis teuer. Bremerhaven ist keine Selbstbedienungstheke“, stellt Sönke Allers, Fraktionsvorsitzender der SPD, fest.

Thorsten Raschen

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