„Die Behauptung des Arbeitskreises Migration und Flüchtlinge des Nord-Süd-Forums, die Petition zum Erhalt der Familienzentren sei ohne Diskussion abgetan worden, ist falsch“, so Astrid Milch, stellv. Fraktionsvorsitzende. Claudia Köhler-Treschok, Sprecherin für den Bereich Jugend und Familie ergänzt: „Sehr wohl hat eine inhaltliche Diskussion stattgefunden. Am 22. Mai 2025 hat der Jugendhilfeausschuss gemeinsam mit dem Ausschuss für Jugend, Familie und Frauen keinen Schließungsbeschluss gefasst, sondern die Verwaltung beauftragt, ein Konzept zur Weiterentwicklung der Frühen Hilfen vorzulegen. Dazu gehören die Evaluation der Familienzentren, die enge Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und die klare Einhaltung des bestehenden Haushaltsrahmens. Beschlossen wurde die Stärkung und Optimierung der Angebote. Deshalb prüfen wir die Familienzentren mit klaren Kriterien und festen Qualitätsstandards. Über den künftigen Zuschnitt entscheidet der Jugendausschuss nach Vorliegen der Evaluation.“
Milch betont: „Die fast 4000 Unterschriften verdienen Respekt, ebenso die zahlreichen Besuche in den Zentren. Beides zeigt, dass diese geschätzt werden. Dennoch bleibt festzuhalten, dass der Petitionsausschuss die Petition nicht missachtet, sondern inhaltlich abgelehnt hat, eben weil das Thema bereits im Fachausschuss beraten wurde und nach Vorliegen der erforderlichen Daten über weitere Maßnahmen erneut beraten und erst dann entschieden wird. Die Zustimmung zur Petition wäre dem Ausschussbeschluss zuwidergelaufen und hätte die laufende Evaluation zunichte gemacht.
Köhler-Treschok: „Entscheidend ist doch, ob wir die Familien erreichen, die es am dringendsten brauchen –insbesondere in den ersten drei Lebensjahren.“ Sie verweist auf die Faktenlage: „Die Rückführung von Kindern nach Inobhutnahmen steigt. Wir sehen, dass sich Belastungen häufen und Hilfestrukturen zunehmend unter Druck geraten. Es zeigt sich klar: Ohne gezielte Weiterentwicklung riskieren wir, dass die Familienzentren ihre Wirkung verlieren. Wir würdigen die Arbeit der bestehenden Familienzentren, aber wir übernehmen auch die Verantwortung, sie zukunftsfest aufzustellen.“