Die für den 26. Februar 2026 im Haus der Jugend in Bremerhaven angekündigte Veranstaltung „Kriegstüchtig und wehrpflichtig? Nein danke!“ ist erkennbar nicht als offene Diskussionsveranstaltung angelegt, sondern eindeutig auf die Ablehnung der Wehrpflicht ausgerichtet. Titel, inhaltliche Darstellung und beteiligte Organisationen lassen keinen Raum für eine ergebnisoffene Auseinandersetzung.
Die Einseitigkeit ist für Mevlüt Erdemir, Vorsitzender der Jungen Union Bremerhaven und Deputierter der Deputation für Arbeit, Soziales und Integration, problematisch. „Die Wehrpflicht ist ein Thema, das junge Menschen unmittelbar betrifft und weitreichende Auswirkungen auf ihre persönliche und berufliche Zukunft haben kann. Umso wichtiger wäre eine faire und ausgewogene Diskussion gewesen.“
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) statt und wird von einer Organisation mit klarer ablehnender Haltung zur Wehrpflicht mitgetragen. Damit ist die inhaltliche Stoßrichtung von Beginn an festgelegt. Die im Veranstaltungsflyer formulierten Fragen mögen offen klingen, tatsächlich ist jedoch nicht davon auszugehen, dass sie neutral oder aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert werden.
„Gerade von Akteuren aus dem Bildungsbereich ist zu erwarten, dass sie jungen Menschen ermöglichen, sich anhand unterschiedlicher Argumente eine eigene Meinung zu bilden. Eine Veranstaltung mit klar vorgezeichneter politischer Linie wird diesem Anspruch nicht gerecht,“ so Erdemir weiter.
Zielführender wäre ein offenes Format gewesen, in dem sowohl Befürworter als auch Gegner der Wehrpflicht zu Wort kommen. Eine solche Debatte hätte jungen, potenziell betroffenen Menschen echten Mehrwert geboten. Einseitige Veranstaltungen hingegen bestätigen lediglich bereits bestehende Positionen.
„Angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Lage braucht es eine sachliche, ehrliche und ausgewogene Diskussion über gesellschaftliche Pflichten und Verantwortung. Diese Debatte darf nicht auf politische Einbahnstraßen reduziert werden,“ so Erdemir abschließend.