14. September 2026

Der Auesee und die Krebschere – eine unendliche Geschichte

Etwa um 2020 ist die Krebsschere auf dem Auesee heimisch geworden. Bis 2024 hatte sie sich so weit ausgedehnt, dass die gesamte Wasserfläche von ihr bedeckt war. Durch ein angekündigtes Gutachten wurde die Libellenart der Grünen Mosaikjungfer „beobachtet“.

Zur Einordnung: Die Grüne Mosaikjungfer ist auf der Roten Liste der bedrohten Arten als stark gefährdet verzeichnet. Die Krebsschere ist die einzige Pflanze, die diese Libellenart zum Erhalt ihrer Population benötigt. Die bisher vorhandenen Fischbestände sind weitgehend nicht mehr existent, Wasservögel haben sich ein anderes Revier gesucht. Von Artenvielfalt kann zurzeit and dieser Stelle nicht mehr gesprochen werden. Der Auesee ist mittlerweile zusehends verschlammt, der Rückstau führt in der Neuen Aue dazu, dass anliegende Grundstücke bei Starkregenereignissen nicht mehr ausreichend entwässert werden. Die wasserwirtschaftliche Funktion des künstlichen Stausees kommt annähernd zum Erliegen. 

Laut Antwort auf eine Anfrage in der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung hat das Umweltschutzamt zur Bearbeitung dieser Situation bereits Finanzmittel in Höhe von 165.000 € von der senatorischen Dienststelle des Landes bewilligt bekommen.

Die Voraussetzungen für eine Entschärfung der Situation sind also gegeben.

Günther Flißikowski, Vorsitzender des Stadtbezirks Lehe der CDU Bremerhaven: „Für die Erstellung eines Unterhaltungskonzeptes sind belastbare Zahlen erforderlich. Diese Zahlen sind durch eine quantitative Erhebung erreichbar, die bisher offensichtlich noch nicht stattgefunden hat. Hier ist es opportun, Krebsscheren Pflanzen und Libellenlarven in den Pflanzen zu identifizieren, zu zählen und durch Hochrechnung auf die Fläche des Sees zu belastbaren Zahlen zu kommen. Nur dann können Behörde und Politik zu vernünftigen und angemessenen Entscheidungen kommen.“

Und weiter: „Die Zählung kann nur in der warmen Jahreszeit durchgeführt werden, wenn die Pflanze auf dem Wasser schwimmt. Im Herbst sinkt die Krebsschere auf den Gewässergrund und verrottet dort, um im nächsten Frühjahr wieder aufzutauchen und aufzublühen. Wir werden also bis zum Sommer 2027 auf belastbare Zahlen zur Population der Grünen Mosaikjungfer warten müssen. Und noch eins: Die zunehmende Verschlammung des Sees gefährdet auch den Lebensraum der Krebsschere, die eine Wassertiefe von 25 bis 40 cm braucht. Es ist Zeit, zu handeln.“

Günther Flissikowski

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