27. Januar 2026

CDA: Teilzeit ist kein Luxus – MIT-Antrag bestraft Familien

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) will auf dem CDU-Bundesparteitag am 20. und 21. Februar 2026 in Stuttgart das gesetzlich verankerte Recht auf Teilzeit deutlich einschränken. Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) weist diesen Vorstoß entschieden zurück.

„Der Antrag arbeitet mit Unterstellungen und trifft am Ende die Falschen: Beschäftigte in belastenden Lebenslagen, Familien und Menschen mit kleinem Einkommen“, erklärt die Bremerhavener CDA-Vorsitzende Gaby Treschok. „Wer Teilzeit pauschal als ‚Lifestyle‘ abwertet, verkennt die Lebensrealität vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und spaltet Belegschaften.“

Teilzeit entstehe in der Praxis selten aus Bequemlichkeit. Häufige Gründe seien fehlende Kinderbetreuungsangebote, Pflegeverantwortung, gesundheitliche Einschränkungen oder schlicht der Mangel an passenden Vollzeitstellen. „Wenn wir wirklich mehr Arbeitsstunden mobilisieren wollen, brauchen wir bessere Rahmenbedingungen statt Misstrauen“, betont Treschok. „Dazu gehören verlässliche Kitas, eine tragfähige Pflegeinfrastruktur, echte Weiterbildungschancen und Arbeitszeitmodelle, die den Weg zurück in Vollzeit öffnen.“

Die CDA-Landesvorsitzende Claudia Köhler-Treschok ergänzt: „Besonders kritisch ist der Versuch, Teilzeit nur noch für bestimmte Lebenslagen zu legitimieren. Damit würde Politik beginnen, private Lebensentscheidungen zu bewerten und zu begrenzen. Das ist weder praktikabel noch vereinbar mit christlich-demokratischen Grundwerten. Wahlfreiheit und Eigenverantwortung sind keine Gegensätze zu Leistung, sie sind ihre Voraussetzung.“

„Eine Begrenzung von Teilzeit auf Kinderbetreuung oder Pflege würde bedeuten, staatlich festzulegen, bis zu welchem Alter eines Kindes oder ab welchem Pflegegrad Teilzeit als gerechtfertigt gilt. Das kann und darf der Staat nicht entscheiden. Das ist Sache der Familien selbst. Aus guten Gründen steht die CDU für Wahlfreiheit und Eigenverantwortung.“

Die CDA bekennt sich klar zum Recht auf Teilzeit und fordert unmissverständlich: Wahlfreiheit statt Misstrauen, Verlässlichkeit statt Symbolpolitik. „Teilzeit muss ein selbstverständlicher Bestandteil moderner Arbeitsrealität bleiben und darf nicht zum Abstellgleis werden“, so die beiden CDA-Vorsitzenden abschließend.

Koehler-Treschok

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