Die Koalitionsfraktionen von CDU und FDP kritisieren die jüngsten Aussagen aus dem Bremer Bildungsressort zur Lehrerversorgung scharf. Während man sich in Bremen öffentlich für angebliche Fortschritte feiert, spitzt sich die Situation an den Schulen in
Bremerhaven weiter zu.
„Die Realität in Bremerhaven hat mit den Jubelmeldungen aus Bremen wenig zu tun“, erklärt Irene von Twistern, schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. „Unsere Schulen kämpfen weiterhin mit unbesetzten Stellen, Unterrichtsausfällen und steigenden Belastungen. Wer dann erklärt, der Einstellungsbedarf sei nahezu gedeckt, ignoriert die Probleme Bremerhavens schlichtweg.“
CDU und FDP kritisieren zudem, dass Bremerhaven bildungspolitisch seit Jahren eher mitverwaltet als ernsthaft mitgedacht werde. Während Bremen Universität, Lehrerausbildung und gewachsene Strukturen direkt vor der Haustür habe, fehle Bremerhaven bis heute ein eigener Lehramtsstandort. Die Folgen seien inzwischen deutlich spürbar.
Besonders kritisch sehen die Koalitionsfraktionen, dass erneut vor allem auf Referendarinnen und Referendare als Antwort auf den Lehrermangel gesetzt wird.
Alexander Litau, schulpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, erklärt dazu:
„Natürlich leisten Referendarinnen und Referendare einen wichtigen Beitrag und der Berufseinstieg aus dem Referendariat ist weiterhin die größte Gruppe neu eingestellter Lehrkräfte. Gleichzeitig bindet die Ausbildung aber auch erhebliche personelle Kapazitäten an den Schulen – und irgendwann ist schlicht ein Maximum erreicht. Wer den Lehrermangel in Bremerhaven dauerhaft bekämpfen will, muss endlich dafür sorgen, dass Lehrkräfte auch hier ausgebildet werden. Genau das wird seit Jahren versäumt.“
CDU und FDP fordern deshalb konkrete Schritte für einen dualen Masterstudiengang für das Lehramt in Bremerhaven in Kooperation mit der Hochschule Bremerhaven. Ziel müsse es sein, angehende Lehrkräfte frühzeitig an den Standort Bremerhaven zu binden und dauerhaft für die Schulen der Seestadt zu gewinnen.
„Solange Bremen sämtliche zentralen Ausbildungsstrukturen bei sich bündelt und Bremerhaven weiter auf Übergangslösungen verwiesen wird, wird sich die Lage an unseren Schulen nicht grundlegend verbessern. Bremerhaven darf in der Bildungspolitik des Landes nicht dauerhaft nur mitlaufen“, betonen Irene von Twistern und Alexander Litau abschließend gemeinsam.