19. Januar 2026

Ankündigungen allein reichen nicht – Bremerhaven braucht Entscheidungen statt Worthülsen

Beim diesjährigen Neujahrsempfang des Bremer Senats stellte Bürgermeister Andreas Bovenschulte die wirtschaftliche Entwicklung Bremens und damit auch von Bremerhaven in den Mittelpunkt seiner Rede. Er betonte die Bedeutung nachhaltigen Wachstums, investitionsfreundlicher Rahmenbedingungen, der Hafeninfrastruktur und weiterer Vorhaben, die – so die Worte – „unsere Wirtschaft stärken sollen“.

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Bremerhaven begrüßt, dass wirtschaftliche Themen angesprochen werden. Allerdings reicht es nicht, große Worte zu machen: Die MIT Bremerhaven erwartet konkrete, spürbare Maßnahmen und zeitnahe Umsetzung, statt langwieriger Ankündigungen ohne Wirkung vor Ort.

„Wir hören seit Jahren Versprechen zur Förderung der Häfen, der Infrastruktur und des wirtschaftlichen Standorts – doch für viele Unternehmen und Beschäftigte vor Ort bleibt das Gefühl, dass zu wenig passiert“, sagt Sandra Schmull, stellvertretende Kreisvorsitzende der MIT Bremerhaven. „Jetzt müssen Taten folgen – nicht nur Absichtserklärungen.“

Ein aktuelles Beispiel, das zeigt, wie zögerliches Verwaltungshandeln der regionalen Wirtschaft schadet, ist die zögerliche Anpassung des bremischen Ladenschlussgesetzes für die Havenwelten in Bremerhaven. Die MIT Bremerhaven warnt, dass ohne rechtliche Klarheit für die Sonntagsöffnung ein erheblicher Schaden für den Tourismusstandort und die lokalen Arbeitsplätze droht. Dieses Beispiel steht stellvertretend für viele Bereiche, in denen Entscheidungen des Senats zu lange dauern oder nicht eindeutig getroffen werden.

Die MIT Bremerhaven fordert daher beschleunigte politische Entscheidungen zur rechtlichen Sicherung wichtiger Standortfaktoren wie dem Ladenschlussgesetz und Infrastrukturmaßnahmen, konkrete Investitionsprogramme und Umsetzungszeitpläne, die auch kleine und mittlere Unternehmen in Bremerhaven erreichen, sowie eine engere Abstimmung mit lokalen Akteuren, um wirtschaftliche Potenziale in der Region zu heben und nicht durch bürokratische Verzögerungen zu blockieren.

„Für die Menschen und Unternehmen in Bremerhaven zählt am Ende nicht, was in Reden angekündigt, sondern was tatsächlich umgesetzt wird. Wir fordern den Bürgermeister und den Senat auf: Wirtschaftsförderung muss spürbar und verlässlich sein!“, ergänzt Sina Dertwinkel, MdB und ebenfalls stellvertretende Kreisvorsitzende der MIT Bremerhaven.

Die MIT wird sich auch in diesem Jahr weiterhin konstruktiv und kritisch für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt einsetzen.

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